Aktivrente 2026: Das müssen Arbeitgeber wissen

Die Aktivrente 2026 ist ein neues Instrument der Bundesregierung, um mehr Menschen im Rentenalter freiwillig im Arbeitsmarkt zu halten. Kern der Regelung: Wer die gesetzliche Regelaltersgrenze erreicht hat und weiter sozialversicherungspflichtig arbeitet, kann bis zu 2.000 Euro pro Monat steuerfrei verdienen.

Für Arbeitgeber und insbesondere für Entgelt-Abrechner mit Lexware bedeutet das: neue Prüfschritte, korrekte steuerliche Behandlung und saubere Dokumentation. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt.


Was ist die Aktivrente?

Die Aktivrente ist ein steuerlicher Freibetrag für Arbeitnehmer nach Erreichen der Regelaltersgrenze. Ziel ist es, einen finanziellen Anreiz zu schaffen, damit erfahrene Fachkräfte länger im Erwerbsleben bleiben.

Wichtig dabei ist:

  • Die Teilnahme ist freiwillig.
  • Der Freibetrag beträgt bis zu 2.000 Euro monatlich
  • Nur Einkommen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung ist vergünstigt.

Es handelt sich nicht um eine zusätzliche Rentenzahlung, sondern um eine steuerliche Entlastung auf Arbeitslohn. Hinweis: Die Aktivrente begründet keinen Anspruch auf Weiterbeschäftigung. Endet der Arbeitsvertrag mit dem Eintritt in die Regelaltersrente, muss ein neuer Arbeitsvertrag geschlossen werden.


Wer profitiert von der Aktivrente?

Begünstigt sind Arbeitnehmer, die

  • die gesetzliche Regelaltersgrenze überschritten haben (Vollendung des 67. Lebensjahres, einschließlich Übergangsregelung),
  • sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind,
  • weiterhin Arbeitsentgelt beziehen

Nicht begünstigt sind unter anderem:

  • Minijobber
  • Selbstständige
  • Beamte

Das ist politisch umstritten, ändert aber zunächst nichts an der praktischen Umsetzung in der Lohnabrechnung.


Aktivrente 2026: Steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Behandlung

Steuerliche Wirkung

Bis zu 2.000 Euro monatlich bleiben steuerfrei. Verdient ein Arbeitnehmer mehr, ist nur der übersteigende Betrag steuerpflichtig. Für die Praxis bedeutet das:

  • Der Freibetrag reduziert die Lohnsteuer.
  • Er verändert nicht das Bruttogehalt.
  • Die Steuerfreiheit muss korrekt im Abrechnungssystem hinterlegt werden.

Die steuerfreien Einkünfte aus der Aktivrente unterliegen nicht dem Progressionsvorbehalt.

Sozialversicherung

Ein häufiger Irrtum: Die Aktivrente betrifft ausschließlich die Einkommensteuer.

Die Sozialversicherungspflicht bleibt grundsätzlich bestehen. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen weiterhin an. Der Freibetrag senkt also nicht automatisch die Sozialabgaben.

Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlt der Arbeitnehmer.


Chancen und Risiken der Aktivrente

Vorteile

  • Steuerfreier Hinzuverdienst bis 2.000 Euro monatlich für Arbeitnehmer nach Erreichen der Regelaltersgrenze
  • Attraktiver Anreiz zum Weiterarbeiten
  • Entlastung bei Fachkräftemangel
  • Planbarkeit für Unternehmen
  • Stärkung der Sozialversicherungssysteme durch Einnahmen für Kranken- und Pflegeversicherung

Kritikpunkte

  • Keine Begünstigung für Selbstständige oder Minijobber
  • Sozialabgaben bleiben bestehen
  • Mitnahmeeffekte möglich, wenn Arbeitnehmer die Aktivrente beziehen, obwohl sie ohnehin weitergearbeitet hätten
  • Kosten und Bürokratie wegen zusätzlichem Verwaltungsaufwand


Aktivrente 2026: Wichtig von Arbeitgebern zu beachten

  • Sozialversicherungspflicht und Progressionsvorbehalt
  • Arbeitsverträge: Prüfen, ob Arbeitsverträge eine wirksame Altersgrenzenklausel enthalten, mit der das Arbeitsverhältnis automatisch endet
  • Mitarbeiterkommunikation: Rechtzeitig mit relevanten Altersgruppen über Regelungen und Modelle für eine mögliche Weiterbeschäftigung sprechen.
  • Lohnbuchhaltung: Steuerfreie Einnahmen der Aktivrente sind lt. Gesetz in der Lohnabrechnung und der Lohnsteuerbescheinigung gesondert auszuweisen


Umsetzung der Aktivrente in der Lohnabrechnung mit Lexware

Für Lohn- und Gehaltsabrechner mit Lexware ist entscheidend, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind. Erst dann darf der steuerliche Freibetrag berücksichtigt werden.


Checkliste für die Praxis

  • Regelaltersgrenze prüfen
    Ohne Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze keine Aktivrente.
  • Beschäftigungsart prüfen
    Nur sozialversicherungspflichtige Beschäftigte sind begünstigt.
  • Freibetrag korrekt hinterlegen
    In Lexware muss der steuerfreie Betrag korrekt erfasst werden, damit die Lohnsteuer richtig berechnet wird.
  • Dokumentation sichern
    Eine schriftliche Erklärung des Mitarbeiters zur Inanspruchnahme sollte zur Personalakte genommen werden.
  • Abrechnung testen
    Gerade bei erstmaliger Anwendung empfiehlt sich eine Probeberechnung, um Fehler in der Steuerberechnung zu vermeiden.


Wie Sie die Aktivrente in Lexware lohn+gehalt abrechnen, lesen Sie im Lexware FAQ-Beitrag



FAZIT

Die Aktivrente 2026 ist kein kompliziertes Modell, aber sie verlangt saubere Prüfung und korrekte Abbildung in der Lohnabrechnung. Wer mit Lexware arbeitet, sollte die Voraussetzungen klar dokumentieren und die steuerliche Behandlung genau prüfen.

Für Arbeitnehmer kann die Regelung finanziell attraktiv sein. Für Arbeitgeber ist sie ein Instrument, erfahrene Fachkräfte länger zu halten – sofern die Abrechnung stimmt.


Quellen:

https://www.lexware.de/wissen/mitarbeiter-gehalt/aktivrente-2026-das-muessen-arbeitgeber-wissen

FAQ des Bundesfinanzministeriums

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/FAQ-zur-Aktivrente.html#

Aktivrente 2026 - was Arbeitgeber wissen müssen